Wie Vorsätze gelingen

Vorsätze erfolgreich umzusetzen, im Management wie im Sport, ist eine große Herausforderung. Disziplin ist in jedem Fall auch gefragt, obwohl diese hier wie dort nicht gelebt wird. Zu Jahresbeginn haben wir uns mit dem Personal Trainer Darius Tomaszewski unterhalten.

Im Interview mit Darius fanden sich spannende Einsichten, wie Vorsätze gelingen können. Für alle, die nicht dabei sein konnten: Nachfolgend einige Bälle, die wir einander im Gespräch zugespielt haben.

TATJANA REICHENBACH: 92% scheitern bei der Umsetzung ihrer Vorsätze, mehr Sport zu betreiben. Woran liegt das? Und vor allem wie kann die Erfolgsquote signifikant erhöht werden?

DARIUS TOMASZEWSKI: Es gibt zu viele Ausreden. Es sind immer die gleichen Gründe, warum mehr Bewegung nicht gelingt. Grund Nummer 1 ist: „Ich habe keine Zeit“. Andere Gründe sind: „Ich habe schon ein Fitnessstudio ausprobiert, aber es hat mir nichts gebracht.“ oder „Ich habe keine Motivation, ich kann mich nicht überwinden“.

TATJANA REICHENBACH: Wie gehst du mit diesen Einwänden um? Du bist ein sehr erfolgreicher Trainer, wie schaffst du zu motivieren, obwohl die Argumente schon gewaltig sind. Und das trotz der allgemeinen Zustimmung, dass Bewegung gesund ist.

DARIUS TOMASZEWSKI: Ich gehe auf den Menschen ein. Schritt für Schritt hinterfrage ich die Gründe. Oft sind die Herausforderungen im Beruf und Familie maßgeblich. Ich hinterfrage den Sinn, warum jetzt mit Sport beginnen. Welches Bedürfnis steckt dahinter? Oft treten Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen auf und die körperliche Kondition ist schlecht.

Oft stimmt auch das psychische Wohlbefinden nicht. Unzufrieden mit der Figur, unausgeglichen. Viele Studien zeigen, dass durch die Bewegung der Hormonspiegel steigt, Endorphine ausgeschüttet werden und sich das wohltuend auf die Psyche auswirkt.

TATJANA REICHENBACH: Also die Vision stimmt. Für mehr Gesundheit. Ja! Aber die Umsetzung an die Vision binden, darin liegt noch eine große Herausforderung – im Management wie im Sport.

DARIUS TOMASZEWSKI: Ja, ich frage oft: Wenn Sie glauben, dass mehr Bewegung von Vorteil für Sie ist, Wie viel Zeit, glauben Sie, sollten Sie am Anfang pro Woche für Ihre Gesundheit investieren?

Zu Beginn reicht 1mal pro Woche. Wichtig ist das Festlegen der konkreten Uhrzeit am Wochentag: morgens, mittags oder abends, wie es am besten passt. Das Geheimnis liegt im Vornehmen von kleinen, erreichbaren Zielen. Zum Beispiel ein Training pro Woche für 20 Minuten. Danach wird auf 30 Minuten gesteigert. Im nächsten Schritt versucht man einen weiteren Termin pro Woche zu finden. Oft gelingt 1 Tag unter der Woche und 1 Tag am Wochenende. Zeit für das Reflektieren ist immer wichtig.

TATJANA REICHENBACH: Da steckt ein ganz konkreter Plan dahinter.

DARIUS TOMASZEWSKI: Ja, genau. Am Anfang schaffen es einige gut umzusetzen. Dranbleiben ist dann wichtig. Eine Steigerung der körperlichen Fitness ist durch begleitende Trainingsunterstützung am effektivsten. Die meisten scheitern, weil sie zu intensiv beginnen. Das Geheimnis liegt im langsamen Vorgehen. Langsam und regelmäßig beginnen und langsam steigern. Nur so macht der Körper Fortschritte. Ein Briefträger muss nicht schlank sein, obwohl er täglich viele Stunden geht. Sein Körper hat sich daran gewöhnt und erzielt keine weiteren Fortschritte in seiner Kondition.

TATJANA REICHENBACH: Du hast einmal erwähnt, dass Sport betreiben wie eine Sprache lernen ist.

DARIUS TOMASZEWSKI: Wenn man eine Sprache lernt, beginnt man zunächst mit einzelnen Wörtern. Diese paar Wörter werden oft wiederholt, dann zu einfachen Sätzen zusammengefügt. Allmählich beginnt eine Unterhaltung, ein Zuhören von einer Stunde und mehr in einer fremden Sprache ist zu Beginn sehr anstrengend. Bei einem Sprachaufenthalt kann man nach einiger Zeit den ganzen Tag in einer fremden Sprache leben, ohne es als anstrengend zu empfinden. Und dann sucht man sich die nächste Herausforderung. Schritt für Schritt wird das Erlernte umgesetzt, Schritt für Schritt steigert man das Niveau. Beim Sport ist das genau gleich.

Tatjana Reichenbach: Was hat dich zu deinem Weg motiviert, Sportler, Alltagsbeweger und Gelegenheitssportler zu trainieren?

Darius Tomaszewski: Eigentlich war es weniger eine Frage der Motivation als der Leidenschaft. Wenn aus Spaß Passion wird, dann ist das die beste Voraussetzung, um Zeit und Aufwand in Kauf zu nehmen. Und bei Rückschlägen den Blick nach vorne zu richten, das ist ganz wichtig. Solange Energie und Freude da sind, gibt es immer ein „next level“ zu erreichen.

TATJANA REICHENBACH: Manager sind ja in gewisser Weise auch Trainer ihrer „Mannschaft“. Was macht einen guten Trainer aus?

DARIUS TOMASZEWSKI: Fachliche Kompetenz ist eine Grundvoraussetzung, ohne die geht es nicht. Noch wichtiger ist das Eingehen auf den Sportler – was bewegt ihn, im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragengen. Nur wenn man mit Menschen umgehen kann, gelingt die Motivation und bewirkt im anderen eine Leistungssteigerung.

TATJANA REICHENBACH: Zuletzt – wie gelingt das Dranbleiben? Soll man sich aktiv Feedback holen?
DARIUS TOMASZEWSKI: Der Umgang mit Höhen und Tiefen wird mit zunehmender Routine leichter. Oft entsteht durch gemeinsames Training wechselseitige Motivation. Und eine Leistungsaufzeichnung ist wichtig – erst dadurch können wir uns weiterentwickeln. So kann man wachsen und gemeinsam die Leistung steigern!

Wie halten Sie es mit der Umsetzung von Vorsätzen? Betrachten Sie Ihr Unternehmen einmal aus sportlicher Sicht, es lohnt sich. Kontaktieren Sie uns und lassen Sie uns diskutieren!

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